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History

Am 01. Mai 1997 exakt um null Uhr, begann hoffnungsvoll ein neuer Radiosender seine Funkwellen in den Himmel abzustrahlen. Evosonic Radio.
Als Evosonic am 1. Juni 1998 den Transponder auf Astra von Super RTL zu Phoenix wechseln wollte, bekamen sie den neuen Transponder nicht und waren von da an nicht mehr On Air. Die einzige Anlaufstelle für Evosonic-Hörer war dann nur noch das Internet, wo es nach einiger Zeit ein Statement von Chris-Maico Schmidt, aka Mike S. (dem Chef bei Evosonic) gab. In diesem Statement gab Mike als Gründe des „Off-Air“-Seins die Verteidigung des Monopols der öffentlich-rechtlichen Radiosender an. Kurz darauf reagierte auf dieses Statement der Sender „Einslive“ in einer Email an Mike.

Hier die Stellungname im Original:

Ich glaube es ist an der Zeit, dass ich ein Statement zur allgemeinen Lage gebe! Dies geschieht im Sinne aller Mitarbeiter, die teilweise seit September 1997 ehrenamtlich und daher Unentgeltlich für den Erhalt des Senders Evosonic Radio alles geben! Viele von Euch fragen sich vielleicht,  warum wir das tun! Nun, ganz einfach:
Das Hobby zum Beruf zu machen, ist nicht jedem vergönnt. Mit dem Start eines DJ-Radios für elektronische Musik, tat sich diese Möglichkeit jedoch für uns auf!
Vorgeschichte:
Evosonic Radio war von Anfang an, aus rein wirtschaftlicher Sicht, zum Scheitern verurteilt.
Die Bedingungen die man im Vorfeld erfüllen muss und die Kosten, die durch Transpondermieten, Gemagebühren, Anschaffung von Geräten, Personal usw. entstehen, sind in Deutschland so enorm hoch, dass die Gründung eines Radiosenders nur denen vorbehalten ist, die durch Besitz und Kontrolle des geschriebenen Wortes eh schon mächtig genug sind. Hinzu kommt, dass man hierzulande unkalkulierbaren Ideen keine Chance gibt. Das erklärt auch Deutschlands Hinterherhinken im Wettbewerb der führenden Wirtschaftsnationen um den Fortschritt. Es wird zwar nach wie vor vieles in Deutschland erfunden, doch das Geld verdienen andere Länder damit!
Bürokratie und veraltete Führungsriegen lassen alles Neue unbeachtet. Trotz all dieser Zustände entstand Europas einziger elektronischer Musiksender, der sich dann auch noch relativ schnell, zum Erstaunen vieler anderer Radiostationen, zu einem Kultobjekt mauserte! Das war deshalb möglich, weil es immer wieder Dinge gibt, die jeder logischen Erklärung trotzen. Weil zufällig etwas zur richtigen Zeit, am richtigen Ort entstand. Eben unser Evosonic Radio! Wie schon gesagt ist es schwer in Deutschland, innovativen Freiraum und die nötige Finanzierung für so ein Projekt zu finden. Daher wurde der Sender von einer Person durch dessen Privatvermögen auf die Beine gestellt! Hinzu kam zu Anfangszeiten Missmanagement und Profilierungssucht einzelner Personen, die das Medium Radio als Bühne für Ihre masochistische Ader missbrauchten! Solche Gefahren rechtzeitig zu erkennen, waren in der Euphorie, die nach Erhalt der Sendelizenz herrschte, unmöglich. Deshalb ist es ein Wunder, dass es dieser Sender überhaupt bis hierhin geschafft hat. Was nun die Ursache für dieses Wunder war, kann ich nur vermuten. Ich glaube, es ist zum einen seinen Hörern zu verdanken, die das Radiohören neu definiert haben und zum anderen der Handvoll Enthusiasten, die den Lohn des Künstlers dem des Arbeiters vorziehen!
Die Gegenwart:
Nun, jedes Wunder wird irgendwann von der Realität eingeholt. Es war nur eine Frage der Zeit, bis wir auf unserem Weg, mit Standort in NRW, auf die Hoheitsgebiete des WDR` s gerieten! Auf diesen Pfad gelangten wir, weil aufgrund der Anfangsschwierigkeiten sehr schnell rote Zahlen geschrieben wurde. Bei einer Transpondermiete von ca. 400 000.- DM im Jahr, die an Super RTL zu entrichten war, ist das auch kein Wunder. (Zu diesen Kosten kommen jährlich noch ca. 100 000 DM für einen Uplink, sowie die Telekomgebühren für die Einspeisung ins Kabelnetz von ca. 300 000.-DM) An Einnahmen durch Werbung war am Anfang nicht zu denken. Für Werbekunden zählt als Referenz in Deutschland nur eine Reichweitennennung. Die einzige anerkannte Reichweitenanalyse durch ein Institut kostet aber Hunderttausende. Schnell gerieten wir in einen Kreislauf, dem wir bis heute noch nicht entronnen sind. Super RTL konnte daher den Vertrag aufgrund unseres Zahlungsverzugs rein juristisch gesehen, zu Recht kündigen. Diese Kündigung kam allerdings sehr überraschend, weil Aussagen von Verantwortlichen der TV-Anstalt in eine andere Richtung tendierten. Wie auch immer, auf der Suche nach einem neuen Transponder wurden wir schnell fündig. Der Kulturkanal Phoenix, im Besitz von ARD/ZDF, hatte benötigte Ton-Nebenfrequenzen (sog. Unterträger) frei. Die waren uns auch vom Satellitenbetreiber Astra schon freigegeben. Da platzte uns ein Veto des WDR ins Haus. Der WDR wickelt das „Phoenix“-Programm für ARD/ZDF technisch ab und leitete daraus das Recht ab, mit zu bestimmen, welche anderen Programme „huckepack“ auf dem Phoenix-Kanal mitreisen dürfen. Die Astra-Organisation hingegen sagt, der WDR dürfe dabei nicht mitreden. Was nun stimmt, kann dahin gestellt bleiben. Fakt ist, dass Goliath WDR den David Evosonic blockiert. Und wir haben jetzt das Problem, einen neuen Frequenzpartner auf dem Astra-Satelliten zu suchen.
Fazit:
Wenn man jetzt einmal die Zeit zurückdrehen könnte, dann müsste man zu folgender Erkenntnis gelangen: Rein Wirtschaftlich gesehen, hätte man unter den damaligen Voraussetzungen, nie und nimmer dieses Projekt starten dürfen! Realisierbar wäre das eigentlich nur mit finanz- kräftigen Partnern gewesen. Dann aber wäre der Sender vom musikalischen Inhalt, niemals so anspruchsvoll und unabhängig geworden, wie er es heute nun mal ist! Man muss also entgegen aller Vernunft feststellen, dass der Ablauf von Beginn an bis heute Evosonic zu dem gemacht hat, was es ist: Ein Kultradio! Durch die oben beschriebene Lage kamen wir in eine Situation, in der wir durch die bestehende Not zur Improvisation gezwungen wurden. Improvisation wiederum lebt von Idealisten und deren Enthusiasmus, die aus dem Bauch heraus handeln und sich niemals finanziellen Druck unterwerfen. All diese Gegensätze sind dafür verantwortlich, dass die Zahl der Hörer von Tag zu Tag wuchs. Nun stehen wir mit einer großen Fangemeinde vor der riesen Mauer mit namens WDR. Doch je größer die Beliebtheit von Evosonic ist, die sich in so vielen Protestbriefen und –faxe an den WDR widerspiegelte mehr Leute sich über Sinn und Unsinn von verwaltungstechnischen Abläufen bei den zuständigen Behörden beschweren, umso größer wird die Angst des WDR’ s vor einem möglichen Konkurrenten. Paradox ist wohl der Beste Ausdruck für diese Situation. Versetzt Euch mal in die Lage des WDR’ s! Stellt Euch vor, jahrzehntelang ist man unumstritten die Nummer Eins. Jahrzehntelang erfolgreich mit total veralteten Strukturen. Jahrzehntelang sagen die gleichen Macher, welche Musik man hören darf und welche man meiden muss. Jetzt kommen wir und stellen alles auf den Kopf!! Da ich einer der wenigen bin, der alles von Beginn an miterlebte, müsste ich eigentlich stündlich weinen, wenn ich an die letzten Monate zurück denke. So sehr ich mich aber anstrenge traurig zu sein, so oft ertappe ich mich dabei voller Stolz glücklich zu sein! Das Verhalten des WDR, ist Beweis dafür, dass wir auf dem richtigen Weg sind. Noch nie wurde mir für mein Tun so viel Ehre zuteil und dass auch noch von der größten aller Rundfunkanstalten Deutschlands, dem WDR. Je weiter sich der WDR von einer Zusage distanziert, desto klarer wird für mich, dass es wichtig ist, nach anderen Wegen zu suchen. Da es sie gibt, werden wir hier vor Ort mit aller Kraft solange kämpfen, bis Evosonic Radio wieder und dann für alle Zeit „ON Air“ gehen wird.
Schlusswort:
Um Evosonic Radio weiter musikalisch unabhängig zu gestalten, um Evosonic Radio finanziell zu festigen, gründete man den Verein „NeuKult e.V.“ Sein Ziel ist es, aktuelle und junge Kultur zu fördern. Wenn nicht alles umsonst gewesen sein soll, dann bitte ich Euch, werdet Mitglied! WE Keep Evosonic Alive! Abschließend möchte ich mich bei all den Mitarbeitern bedanken, die auch ohne die monatlichen Lohntüten, versuchen die Regeln eines mittelständigen Betriebes, der wir nun mal sind, aufrecht zu erhalten. Damit ist ein einigermaßen organisierter Ablauf innerhalb unseres Teams gewährleistet, ohne den es Evosonic Radio nie und nimmer bis hier hin geschafft hätte!
Reaktion von Einslive

Liebe Freunde von Evosonic,
wir bedauern, dass sie ab 01.07.1998 Evosonic nicht mehr empfangen können. Die zahlreichen Reaktionen auf den Aufruf von Evosonic im Internet, die uns erreicht haben, machen Ihre Enttäuschung deutlich. Aber der WDR ist nicht der Verursacher dieser Situation.
Wie sie wissen, wurde Evosonic bisher auf dem Tonunterträger von SUPER RTL per Satellit übertragen. Es gibt keinen technischen Grund, diesen Übertragungsweg, der auch für die Kabeleinspeisung genutzt wurde, zu verlassen. Wir wissen nicht, warum Evosonic seit dem 01.07.1998 nicht mehr auf dem Tonunterträger von SUPER RTL liegt.
Im Übrigen sind wir erst zwei Werktage vor der Abschaltung überhaupt das erste Mal mit der Frage konfrontiert worden, ob EVOSONIC auf dem Tonunterträger des ARD/ZDF Programms PHÖNIX geschaltet werden könnte. Einmal ganz abgesehen von den aufwendigen technischen Investitionen, die in einem solchen Fall notwendig wären, lassen sich derartige Fragen in so
kurzer Zeit nun wirklich nicht klären, zumal wir mit den Tonunterträgern eigene Pläne haben.
Der WDR ist nicht für die Probleme von EVOSONIC verantwortlich. Es kann sich nur um ein Missverständnis handeln. Aber EVOSONIC kann Ihnen bestimmt erklären, wieso Ihr Lieblingsprogramm nicht mehr auf dem Tonunterträger von SUPER RTL übertragen und von der Telekom in die Kabelnetze eingespeist wird.

Ich hoffe, dass das die Sache für Dich etwas klären konnte. Jedenfalls hat der WDR sicher kein Interesse daran, andere Sender zu verdrängen.

Viele Grüße, Dein EINS LIVE Team

Eigentlich sollte man von der Story rund um Evosonic Radio ein Buch schreiben. Es würde ein tragisch-komödiantischer Krimi werden.
Stephan Obermüller, seiner Zeit Hörer und kritischer Fan, hat sich vielleicht auch deshalb für sein Studium Evosonic Radio zum Thema gemacht!
Das Ergebnis seiner Arbeit ist die wohl ehrlichste, neutralste und trockenste Beschreibung vom Phänomen Evosonic Radio!

Was war evosonic?

Mitte der neunziger Jahre hatte Frank Heitmeyer die Idee einen Spartensender für elektronische Musik ins Leben zu rufen. Dafür setzte er über eine
Millionen DM privates Eigenkapital ein. Mit diesem Geld gründete er die Firma evosonic GmbH &Co. KG in Köln. Dieses Geld wurde benötigt um ein modern eingerichtetes Sendestudio zu beschaffen. Außerdem musste ein funktionierender Betrieb in Gang gesetzt werden,  d.h.  eine große Anzahl Mitarbeiter für den organisatorischen Teil sowie Presse, Vermarktung, Redaktion,  Moderation usw. Dieses,  inklusive eines 10-Jahres- Finanzplanes, ist notwendige Voraussetzung für die Beantragung einer Lizenz bei der Landesmedienanstalt (in dem Fall die LfR in Köln).
Ohne Lizenz ist ein Senden in Deutschland nicht erlaubt. Nach etlichen Behördengängen, Überzeugungskraft und Energie ist es evosonic Radio gelungen,  am 1. Mai 1997 die ersten Beats per Satellit europaweit zu senden. Mit angeschlossen waren der größte Teil der Kabelnetze in Deutschland. Die Idee einen Spartenradiosender zu erstellen schlug besonders in der weitgestreuten Technoszene wie eine Bombe ein. Nicht die Chartrotation, wie sie auf allen anderen jugendorientierten Radiosendern des privaten und öffentlichen Rechts den Ton angeben,  sondern Musik,  ausgesucht von Künstlern,  namenhaften Discjockeys und szeneorientierten Redakteuren, wurden hier zum Besten gegeben. Auf keinem anderen Radiosender wurden so viele DJ-Mix-Sets gespielt. Das Radio wurde als Medium für Musik neu erschaffen, da der Musikgenuss nicht von redaktionellen Wortbeiträgen (Nachrichten, Verkehrshinweise,  Reportagen o.ä.)  gestört wurde. Ausnahme waren Beiträge, die sich mit der Musik bzw. dem Drumherum befassten  (Party Dates, Reportagen von Events,  Platten News,  Infos zu Künstlern und Labels etc.) . Dieses in
Deutschland einzigartige Konzept wurde  (viel zu spät)  im Januar 2000 mit dem „German Dance Award“ in der Kategorie „Best Medium“ ausgezeichnet. Chris-Maico Schmidt, aka Mike S., der die meiste Zeit als Programmdirektor für die gespielte Musik verantwortlich war,  nahm diesen Preis entgegen.
Warum ging es nicht Aufwärts sondern Abwärts?

Es stellte sich jedoch schnell heraus, dass eine Übertragung   per Satellit und Kabel trotz der hohen „technischen Reichweite“ von ca. 25 Mio. Haushalten in Deutschland erhebliche Probleme bezüglich der nachweisbaren Einschaltquoten bringt. Genaueres dazu erfahrt Ihr später im Unterpunkt Einschaltquoten. Die Erträge durch geplante Ausstrahlung von Werbespots blieben aus (genaueres im Unterpunkt Werbung). Die Kosten für den laufenden Sendebetrieb gingen aber weiter und hatten Zahlungspriorität. Löhne, Gehälter und Gagen für die Mitarbeiter und Künstler konnten nicht bezahlt werden. Dies hatte zur Folge, dass viele Mitarbeiter den Sender verließen (verständlicherweise). Somit konnten viele wichtige Aufgaben (Pressemitteilungen, Promotion und ähnliches) nicht mehr ausgeführt werden. Übrig blieben nur einige wenige Idealisten, die auch ohne Lohn für diesen Sender gearbeitet haben. Somit litten der technische Ablauf und das Programm nicht unter diesen finanziellen Problemen. Der Sendebetrieb jedoch verursachte weiter laufende Kosten aufgrund der hohen Entgelte für die Übertragung. Trotz dieser Zahlungsunfähigkeit ließ uns die DeTe-Medien (Tochter der Telekom-Gruppe, verantwortlich für die Kabeleinspeisung) das Programm übertragen. Auch der Satellitentransponder, der Grundvoraussetzung für eine Kabeleinspeisung ist, wurde Evosonic weiter zur Verfügung gestellt. Doch lange ließen auch hier die Folgen der schlechten finanziellen Lage nicht auf  sich warten, denn die Welt ist nicht umsonst – am 01.07.1998 wurde der Satellitenübertragungsweg gekappt. Da die örtlichen Kabelkopf-Stationen   das Signal   auch von diesem Satelliten bezogen, ist Evosonic auch für Kabelhörer nicht mehr empfangbar gewesen. Ein geplanter Wechsel auf einen anderen Transponder (Untertonträger eines Satellitentransponders) ist aus wirtschafts-politischen Gründen gescheitert, Evosonic war tot und bis zu diesem Zeitpunkt haben sich Verbindlichkeiten von mehreren Hunderttausend DM angehäuft. Doch die Sendelizenz bestand weiter und war Grund genug alle Anstrengungen aufzuwenden, um einen Relaunch (Neubeginn) zu realisieren (Weiteres dazu unter „Warum ist Evosonic nach München gezogen und wie konnte Evosonic auch ohne Geld bestehen?“).
Warum Übertragung per Satellit?

Abgesehen von den verhältnismäßig geringen Kosten gegenüber einer UKW-Übertragung und der schon bestehenden Infrastruktur (freie Kabelplätze sowie freie Satellitentransponder) muss ein Spartensender eine große Anzahl von Hörern erreichen können. Die Zielgruppe ist im Verhältnis zur gesellschaftlichen Mainstream-Orientierung klein (Club-Szene).   Eine Übertragung per UKW ist technisch gesehen schwer realisierbar. In Ballungszentren wie z.B. München oder Berlin ist das doch sehr schmale Frequenzband im Bereich zwischen 88 und 107 MHz quasi voll ausgelastet. In ländlichen Regionen hingegen ist das Hörfunkangebot zwar nicht so vielfältig, aber um eine   bestmögliche Empfangsqualität zu gewährleisten,   ist ein Sender auf mehreren verschiedenen Frequenzen hörbar. Als Beispiel ist im Städte-Dreieck, Münster-Osnabrück-Bielefeld der Sender WDR4 auf drei verschiedenen Frequenzen zu empfangen. Diese Handhabung hat folgende Gründe: verschiedene Sender auf gleichen Frequenzen würden sich stören und sich sogar den „Saft“ entziehen. Auch wenn ein Sender (z.B. WDR4) in einem Sendebereich (z.B Nordrhein-Westfalen) überall auf derselben Frequenz zu empfangen wäre, würde im Grenzgebiet zweier Sendestationen (Funktürme) durch sog. Interferenzen eine Empfang nur über eine Richtantenne möglich sein. Diese zielt genau auf den Sendeturm und schirmt die Signale der anderen Sendestation ab. Im TV-Bereich (Hausantenne) wird dieses Verfahren angewendet. Da UKW aber auch von Kofferradios und besonders von Autoradios durch sog. Stabantennen empfangen wird, ist ein zielgerichtetes Anpeilen eines Sendeturms nicht möglich. Die Regulierungsbehörde für Telekommunikation und Post überwacht und regelt diese Frequenzvergabe peinlichst genau zum Schutz der bestehenden Sender. Dieses Reglement gibt aber neuen Sendern geringe bis gar keine Möglichkeit ihr Sendeformat im UKW Bereich zu übertragen, da ihnen keine freien Frequenzen zugewiesen werden (können). Zivilklagen privater Rundfunkanbieter in Nordrhein-Westfalen gegen die „Übermacht“ des WDR bzw.in anderen Bundesländern ansässigen öffentlichen Rundfunkanstalten blieben laut Presseberichten und Internet-Schlagzeilen bis heute ohne Wirkung. In Ballungszentren sind die Frequenzen erschöpfter. Einige Radiosender teilen sich in verschiedenen Zeitabschnitten eine Frequenz. Dieses wurde auch nur aus dem Grunde möglich, da mit Ende des Kalten Krieges (vor ca. 10 Jahren) einige Frequenzen militärischer Sender der Alliierten Besatzungsmächte nach deren Rückzug frei geworden sind. Ein weiteres Freiwerden von Frequenzen in naher Zukunft ist nicht in Sicht. Auch ist eine Erweiterung des Frequenzbandes technisch nicht möglich. In Zukunft soll ein neues digitales Übertragungssystem, das mehrere Programmplätze verspricht und eine Mehrfachbelegung   wie im UKW-Bereich ausschließt, in Betrieb gehen. Dieses System nennt sich Digital Audio Broadcasting (DAB: www.digitalradio-info.de) und verspricht neuen jungen Sendeformaten eine terrestrische (über Land) Übertragungsmöglichkeit. Nach einem erfolgreichen Pilotprojekt in Bayern ist dort die erste Ausschreibung um die Bewerbung eines solchen Programmplatzes Mitte 99 erfolgt. Natürlich hat sich auch Evosonic – aus Kostengründen nur für den Regionalbereich München – um diesen Platz beworben. Jedoch sind in der ersten Ausschreibung nur eine Hand voll Programmplätze zur Verfügung gestellt worden, um die sich dann 52 bestehende oder geplante Radiosender beworben haben. Neben dem lokalen Bezug zu Bayern fehlte es Evosonic auch hier an finanziellem Background, da auch hier bei der Bewerbung ein 10-Jahres-Finanz-Plan vorgelegt werden musste. Außerdem konnte Evosonic die Kosten von monatlich 10.000 DM nicht tragen. Eine Übertragung über die D-Box scheiterte ebenfalls an den Übertragungskosten, denn im Verhältnis zu diesen Kosten ist die Anzahl der D-Box-Besitzer zu gering.
Schlussfolgerung:

Bei einer Übertragung per Satellit erreicht man im Verhältnis zu den Kosten rein technisch gesehen die meisten Hörer (13 Mio. Haushalte mit Satellitenanschluss) Leider ist es nur so, dass viele Leute nicht wissen, dass mit einer herkömmlichen „billigen“ nicht aufwendigen TV-Satellitenanlage (gibt es schon für 99 DM im Baumarkt) auch ein Radiosender zu empfangen ist. Jeder TV-Kanal hat 6 Tonspuren, benötigt für sich selber aber nur 2 Spuren und kann die 4 anderen (= 2-mal Stereo) an Radiosender vermieten. Die Kabelübertragung ist besonders in Ballungszentren und Mietshäusern verbreitet. Die Kosten der bundesweiten Ausstrahlung (Westdeutschland – Telekom) ist um ein vielfaches höher als die der Satellitenübertagung, ist aber notwendig um flächendeckend Evosonic zu empfangen. Bei kleineren   lokalen, oft in den neuen Bundesländern ansässigen, privaten Kabelnetzbetreibern ist eine Einspeisung auf Kundenwunsch realisierbar ohne den Sendern Kosten zu verursachen. Leider fehlt es auch hier an dem Wissen der Hörer. Viele haben ihren Tuner nicht ans Kabelnetz angeschlossen (die Radioanschluss-Buchse ist immer links neben der TV-Buchse). Sie wissen auch nicht, dass ein Kofferradio oder Radiowecker mit kleinen günstigen Adaptern (5 DM) und etwas Bastelei auch an dieses Kabelnetz angeschlossen werden können. Nach dem Relaunch in München haben wir unsere anfangs von der Telekom reservierten Frequenzen aufgrund des langen Sendestops von 4 Monaten abgeben müssen. Wie schon erwähnt, sind auch im UKW Kabelnetz die Frequenzen begrenzt und heiß umkämpft. Da Evosonic bei der Telekom noch einige Hunderttausend DM Schulden hatte, hatten wir keine Chance mehr diese Programmplätze zurück zu bekommen. Auch ein großzügiges Angebot der Telekom 1/3 Abschlag zu bezahlen überstieg immer noch bei weitem die finanziellen Mittel. Da aber eine Lizenzentziehung aufgrund des Sendestops drohte, ist Evosonic ab dem 01.11.1998 ausschließlich per Satellit wieder on air gegangen.

Wie dies trotz finanzieller Misere möglich war, erfahrt ihr unter dem Unterpunkt „Wie konnte Evosonic trotz finanzieller Misere weitersenden?“

Warum Umzug nach München?

Wie schon erwähnt brauchten wir dringend eine neue Sendemöglichkeit, da ohne diese ein Lizenzentzug durch die Landesmedienanstalt drohte. (klar – wenn ein Radiosender nicht sendet braucht er auch keine Lizenz) Da im Kölner Raum kein Fernsehsender einen freien Satellitenuntertonträger zur Verfügung stellen konnte bzw. bereit war, einem finanziell angeschlagenen Radiosender einen Transponder zu vermieten, versuchte Evosonic sein Glück in München. Der DSF war als ein zigster Fernsehsender bereit, Evosonic ihren freien Untertonträger zur Verfügung zu stellen. Der DSF hat an Evosonic geglaubt und war bereit, das erste halbe Jahr die Transpondermiete zu stunden. In diesem halben Jahr wollte Evosonic sich bewähren und ab dem 7. Monat die Transpondermiete bezahlen. Da das Sendesignal vom Radiostudio zum Fernsehsender über eine Telekom-Standleitung übertragen wird, bot sich ein Umzug an, da die Übertragungsstrecke   dort nur 4 km Länge hatte. Eine Übertragungsstrecke von Köln nach München (über 600 km) wäre finanziell uneffektiv, da die Kosten höher sind als eine Studiomiete in München.
Welche Kosten entstehen beim Senden?

Ohne genaue Beträge zu nennen kostet damals ein monatliches Betreiben mehrere Hunderttausend DM. Die Kosten ergeben sich aus Studiomiete, Satellitenübertragungskosten, Kabelübertragungskosten, Promotion, GEMA, Lohnkosten, Portokosten, Bookingkosten, Tonträgerkosten, Büromaterial, Büromiete, Verwaltungskosten etc. Oft unterschätzt man die einzelnen Positionen in ihrer Höhe, doch um professionell arbeiten zu wollen ist diese Betriebsstruktur von Nöten.
Fehlendes Kapital

Radiosender senden Signale an viele Empfänger. Diese Empfänger sind natürlich auch empfänglich für Werbeinformation aller Art. Ein Radioprogramm wird von vielen Menschen besonders in Ballungszentren gehört. Die Musikrichtungen der modernen sogenannten „Hitradios“ ähneln sich bis auf kleine Unterschiede alle. Mittlerweile ist es sogar der Fall, dass sie sich nur noch durch die Wortbeiträge unterscheiden     Dieser Kulturelle Missstand hat folgende Ursachen. Für einen Radiosender ist eine große Streuung der Musikinteressen   überlebenswichtig. Viele Geschmäcker müssen angesprochen werden um eine Zielgruppe zu binden, die als sehr kaufkräftig und als optimaler Werbeempfänger gilt. Die Vorlage dafür bieten die Deutschen Single Charts/Airplay-Charts, die von Media Control ermittelt werden. Diese Charts sagen aus, welche Musikrichtungen in Deutschland angesagt sind. Geht man nun von der Käuferschaft dieser Musikstücke aus   (z.B. 14-34 jährig) und will man genau diese Zielgruppe als Hörer ansprechen spielt man für diese Zielgruppe die aus den Charts ersichtlichen   Musikrichtungen. Man bildet sich selber die Zielgruppe, die als besonders kaufkräftig gilt (die sogenannte werberelevante Zielgruppe) Dieses Konzept gilt bei fast allen Privatsendern in Deutschland. Man sollte meinen, dass in Ballungszentren wie z.B. in München die Vielfalt des musikalischen Angebotes größer ist, aber gerade dieser hohe Konkurrenzkampf und die umkämpften UKW Frequenzen zwingen die Programmchefs genau auf das Hitradio-Format zurückzugreifen, d.h. wenn einem Hörer ein Musikprogramm nicht gefällt dann hat er gar keinen Grund auf einen anderen Sender zu wechseln, da sich alle Sender bis auf ein paar Kleinigkeiten weitestgehend ähneln. Neben den klassischen Werbespots gibt es auch noch sog. Sponsoring-Aktionen. Dieses sind keine Werbebotschaften, sondern nur Nennungen, sog. Reminder von Firmennamen oder Marken. Diese unterschwelligen Suggestionen stören den Musikablauf nicht (sind aber doch relativ nervig). Man erkennt diese Art der Werbung an folgenden Satzmerkmalen:   „powered by-“,- „supported by…“; „unterstützt von…“;   „mit freundlicher Unterstützung von…“ etc.
Bei öffentlich-rechtlichen Rundfunkstationen besteht zwar ein Werbeverbot in den Abendstunden, diese Support-Funktion ist aber ohne Aussage zum Produkt erlaubt; Beispiel „die Fußball-EM 2000 unterstützt von OBI“   (nur Nennung der Marke, aber nicht die Aussage, dass es sich um einen Baumarkt handelt). Besonders im privaten Rundfunkbereich wird diese Art der Werbung für Verkehrshinweise, Wetterinformationen,   Zeitansagen und ähnliches verwendet. Aber auch bei dieser Werbeart gelten die Voraussetzungen der Zielgruppendefinition wie sie unter Link Einschaltquoten und Link Werbung beschrieben sind. Abgesehen von dem Hitradio-Format und der werberelevanten Zielgruppe gibt es noch andere kaufkräftige Zielgruppen, die für andere Radioformate verwendet werden. Ein Schlager-Radio für die nach 5 0 Jahren deutscher Marktwirtschaft nun doch sehr starke Käuferschaft der Rentner nimmt sich Produkte, die u.a. mit Bedürfnissen dieser Generation zu tun haben (Zahnpflegemittel o.ä. aber auch Autos, Reisen, Genuss- und Lebensmittel) als Werbepartner.
Eine dritte Finanzierungsmöglichkeit für eine Rundfunkanstalt ist die finanzielle Bindung an einen Verlag. Auch bundesweite Radiosender nehmen sich als finanzierende Gesellschafter große Medienunternehmen.
Evosonic hatte weder den Nachweis für eine werberelevante Zielgruppe, noch hatte die Evosonic Radio GmbH und Co. KG einen Medienverlag oder Mediengesellschafter, der den Sender finanziell unterstütze. Bei einer evtl. Kooperation mit einem solchen finanzstarken Gesellschafter vermuteten Evosonic eine Manipulation des Programms, da nicht die Musik von einflussreichen Plattenfirmen, sondern eher die der kleinen Labels gespielt wurde. Das Evosonic Grundkonzept (Spielen von kultureller elektronischer Szenemusik sowie die Förderung der DJ -Kultur) sollte oberste Priorität genießen. Somit blieb ein Ansprechen dieser Firmen zur Programmsicherung aus. Als Gesellschafter für diese Art von Sendeformat ist neben dem Gründer des Senders auch der „NeuKult e.V.“ eingetreten. Ein Gesellschafter hat die Funktion, ein Grundkapital zu stellen bzw. die Liquidität der Firma zu gewährleisten. Wie „NeuKult e.V.“ dieses Geld bekommen hat erfahrt ihr später im Punkt NeuKult.
Wie konnte Evosonic trotz fehlenden Kapitals trotzdem weiter senden?

Nach dem Desaster in Köln am 01.07.1998, dass durch die hohen Verbindlichkeiten auch mit einigen Pfändungen des Studioequipments belastet war, hat Evosonic durch die Clubbeiträge, die die Mitglieder des Evosonic-Clubs dem NeuKult e.V. überlassen hat, etwas Geld in der Kasse gehabt. Mit der positiven Annahme, dass die Anzahl der Clubmitglieder sich erhöht und somit die Clubbeiträge sich vermehren, hat Evosonic den Umzug nach München realisieren können. Der DSF hat Evosonic die Möglichkeit gegeben das Programm über ihren Satellitentransponder zu verbreiten. Auch dem DSF war die finanzielle Situation bekannt und deswegen hat er uns die Möglichkeit gegeben, die Transpondermiete für die ersten sechs Monate zu stunden, d.h. die Zahlung auf einen späteren Zeitpunkt zu verschieben. Viele kleine Firmen   (namentliche Nennungen) haben Evosonic geholfen, den Sendebetrieb wieder aufzunehmen. Das zur Verfügung gestellte Equipment wurde mit der Zusicherung kostenloser Werbezeiten verrechnet. Der „Elevator“ (www.elevator.de)z.B. hat uns Turntables, CD-Player. Mixer, Verstärker und Boxen zukommen lassen und wurde stündlich drei Monate mit einem Radiospot beworben. Ein Clubmember aus Hessen, das hauptberuflich mit Isolierstoffen handelt, hat uns Schallschutz im Wert von über   2000 DM geschenkt usw. Des Weiteren muss erwähnt werden, dass alle Mitarbeiter ehrenamtlich tätig waren und sogar teilweise im Sender gewohnt haben. Ihr Geld verdienten sie ausschließlich durch Nebenjobs oder Gigs. Auch haben alle Gast-DJs keine Gagen oder andere Aufwendungen wie z.B. Fahrtkosten verlangt. Die Sendungen, die nicht in München produziert wurden, sondern via DAT oder CD im Studio wiedergegeben wurden, sind auch komplett (Tonträger, Versand- und Portokosten) von den Moderatoren oder DJs finanziert worden. Die Eingänge der Mitgliedsbeiträge der Members aus dem Evosonic-Club reichten grade, um die akuten laufenden Kosten wie Studio- und Büromiete in München zu decken. Das Equipment im Evosonic-Studio konnte durch die Präsenz der Evo-Moderatoren auf diversen Messeständen (Terratec auf der Cebit 99) oder Behringer (auf der Prolight&Sound FFM 99) mit deren Produkten aufgewertet werden. Kleine Sponsor-Verträge halfen bei der Finanzierung über die 6-Monats-Frist des DSF hinaus( aber nur 4 Monate).
Warum gab es keine (wenig) Werbung?

Um einen Sender zu finanzieren, muss man Werbespots senden. Der Ertrag eines solchen Spots soll die Sendekosten decken. Außerdem soll sich das eingesetzte Kapital (wie bei jeder Geldanlage) vermehren bzw. Tilgungsraten für Verbindlichkeiten gezahlt werden können. Um nun die Kosten für einen Sendespot zu berechnen, muss man berücksichtigen, wie viel Werbung der Sender als noch tragbar und nicht störend für den Programminhalt empfindet. Um DJ-Sets störungsfrei wieder zu geben, hat sich Evosonic auf 6 min (=360 sec., entspricht 259200 sec. im Monat ) pro Stunde beschränkt. Eine Werbesekunde kostet demnach: Rechnung: Werbesekunde = oben angegebene monatliche Sendebetriebskosten + Tilgung der Verbindlichkeiten bzw. Verzinsung des angesetzten Kapitals / 259200 sec.
Damit haben wir theoretisch den Preis pro Werbesekunde berechnet -theoretisch deshalb, weil wir nicht zu jeder Tageszeit dieselben Sekundenkosten berechnen können, denn erfahrungsgemäß hören in den früher Abendstunden mehr Hörer das Programm als z.B. 5 Uhr in der Früh. Um genau auszurechnen, zu welcher Zeit ein Spot mehr oder weniger Hörer erreicht, hätten wir   eine Statistik über die Hörgewohnheiten gebraucht. Diese bekommt man über die Medienanalyse, aber wie im späteren Punkt „fehlende Einschaltquoten“ zu lesen ist, konnten wir nicht nachvollziehen, wie viele Hörer wir zu einer gewissen Tageszeit gehabt haben. Wir haben dann je nach Hörerbeteiligung einer Sendung die Preise für die Nachtstunden gemindert und die für die Abendstunden und besonders die Wochenendtage mit höheren Preisen veranschlagt, aber um diese Zeiten nun zu verkaufen fehlte es Evosonic an der „repräsentativen Zielgruppendefinition“, die immer von einer unabhängigen Institution (z. B. GfK, Gesellschaft für Konsumforschung) ermittelt werden müssen. Auch die Werbeagenturen, die Werbung für   moderne Szeneprodukte wie Kleidung, Vinyl, CDs, Hifi-Produkte, Computer- und Studioequipment vermarkten ließen sich nicht auf die von uns geschätzten Hörerzahlen ein.
Fehlende Einschaltquoten

Rein technisch gesehen ist es möglich, über die GfK für bundesweit Radiosender Einschaltquoten zu ermitteln. Zum einen können Geräte zur Ermittlung der Satelliteneinschaltquoten diese Daten übertragen, zum anderen kann durch eine Umfrage, die an eine gewisse Auswahl der Mitbürger gerichtet wird, eine Hörgewohnheit ermittelt werden. Dieses ist aber sehr sehr sehr teuer! Da andere Radiosender aufgrund ihrer lokalen Präsenz und durch ihre terrestrische Verbreitung   (UKW)   kein Interesse an dieser bundesweiten Umfrage haben, müsste Evosonic die Kosten alleine tragen. Darüber hinaus muss es immer eine Vergleichsmöglichkeit mit anderen Radiosendern ähnlicher Art geben, damit die ermittelten Zahlen überhaupt erst repräsentativ werden. Leider gibt es laut dem „Hörzu-Radioguide 2000“   keine weiteren bundesweiten Sender dessen Format annähernd an das von Evosonic herankommt oder über dieselben Sendewege verbreitet wird, denn die anderen Sender sind auch Spartensender mit gewissen Themen,   z.B. klassische Musik, Volksmusik oder ähnliches. Deshalb ist neben den Kosten eine repräsentative Zielgruppendefinition fast unmöglich, da sich keiner dieser anderen Sender mit Evosonic vergleichen lässt und aufgrund anderer Finanzstrukturen nicht an so einer Art Umfrage interessiert ist und sich deshalb nicht an den Kosten beteiligen würde. Für normale lokale Radiosender gilt dasselbe Prinzip wie beim Fernsehen. Beim Fernsehen gibt die AGF (Arbeitsgemeinschaft Fernsehforschung) der GfK den Auftrag diese Zahlen zu ermitteln. An den Kosten beteiligt sich jeder Sender. Beim Radio ist es lokal ähnlich. Am sogenannten Medientag werden Radiogewohnheiten, die per Umfrage ermittelt werden, veröffentlicht und dadurch die Beliebtheit   eines Senders genauestens definiert. Mit diesen Zahlen lässt sich dann der Werbekostenpreis erhöhen oder erniedrigen. Die Nachfrage reguliert den Preis.
Wie kam es zum endgültigen Sendeschluss?

Der endgültige Sendeschluss am 01.10.99, kam (wie es in einigen Todesanzeigen auch steht) plötzlich, aber nicht unerwartet. Wir wussten zwar, dass wir seit einiger Zeit den Transponder nicht mehr bezahlt haben (bezahlen konnten), hofften aber (blauäugig), dass der DSF uns eine weitere Chance gab. Aber wir wurden am 01.10.1999 um 15:02 Uhr eines Besseren belehrt. Geahnt haben wir diese Abschaltung schon, nur haben wir dauerhaft versucht, neue Gesellschafter oder Sponsoren für uns zu gewinnen. Diese hätten bei einer nicht zukunftsorientierten Einstellung der Mitarbeiter on air keine weitere Überlegung über eine Investition getätigt. Anders als bei waren, werden Werbespots im Voraus bezahlt (klar, denn eine Wahre kann man zurückfordern, aber einen gesendeten Werbespot nicht zurückholen und wer bezahlt schon im Voraus, wenn ihm nicht garantiert werden kann, dass dieser Spot nicht gesendet wird?) Trotzdem haben wir in einigen Sondersendungen kurz vor dem Abschalten eine offenes Radio veranstaltet, in dem uns Hörer anrufen konnten und wir Fragen live on air beantwortet haben. Wir haben dadurch ein massives Ansteigen der Mitgliedszahlen des Evosonic-Clubs erhofft, aber dies war nur ein letzter verzweifelter Versuch, denn bevor eine erhoffte Finanzwelle eintreffen konnte, war es bereits zu spät. Dies wäre eh keine Lösung auf Dauer gewesen, da bei Sendeschluss haben wir nur 1500 zahlende Mitglieder gehabt, aber mindestens 20 000 gebraucht.
Gestern

Wozu gab es den Evosonic-Club (NeuKult e.V.)? Da wir wie oben erklärt keinen Gesellschafter gefunden haben, hat sich der NeuKult e.V. als Träger des Senders gegründet. Dieser Kulturverein, dessen Ziel es war, neue Kultur zu fördern, hat mit den Mitgliedsbeiträgen, des in seiner Satzung in § 9 definierten Evosonic-Clubs den Sender finanziell unterstützt. Diese Struktur (Unterordnung des Evosonic-Clubs)   war aufgrund des Vereinsrechts nötig,   da ansonsten für jede Finanzielle Ausgabe alle Mitglieder befragt hätten werden müssen. Die Verwendung des Geldes hat sich aufgrund der   lediglich 1500 zahlenden Mitglieder für den Neubeginn in München und die monatliche Büro- und Studiomiete begrenzt. Leider hat sich auch die Versendung der drei Evosonic-Compilations auf eine reduziert, da die Kosten für die Produktion und Versendung der CD so hoch waren, dass ein noch früheres Abschalten die Folge gewesen wäre. Der allgemeine Tenor, aus Mails, Faxe und Briefen, die wir von Mitgliedern bekommen haben, sagte aus, dass ihnen das Weitersenden eines 24-Stunden-DJ-Radios wichtiger war als eine 74-minütige CD. Wir entschuldigen uns, besonders bei den Kabelempfängern, die Evosonic seit dem Umzug nach München nicht mehr empfangen konnten,   für diese vertraglich nicht korrekte Entscheidung, denken aber dass es in Eurem Sinne richtig war. Wir wollten halt nichts unversucht lassen, denn an einer Kabeleinspeisung haben wir gearbeitet und diese wäre, wie oben angegeben, ohne Satellitenübertragung nicht möglich gewesen. Nach meinem Wissen ist nun der NeuKult e.V. aufgrund der hohen Überschuldung im Begriff sich aufzulösen, denn die   Evosonic zur Verfügung gestellten Mittel waren rein rechtlich nur ein zinsloses Darlehen und können von der Evosonic GmbH & Co. KG ohne Sendebetrieb und Werbeeinnahmen logischerweise nicht zurückgezahlt werden.
Trotzdem danken wir allen Mitgliedern für Ihr Vertrauen und ihren Mut, dieser doch untypischen Senderfinanzierung beigepflichtet zu haben. Die Finanzierung hat deshalb nicht geklappt, da sich, wie schon erwähnt, nur 1500 Mitglieder zu einer Zahlung des Mitgliedsbeitrages bereit erklärt haben. Wir haben aber aufgrund des großen Beliebtheitsgrades und der massiven Medienpräsenz Evosonics mit mehreren Spendern gerechnet, doch zur vollkommenen Senderfinanzierung hätten es 20 000 zahlende Mitglieder sein müssen. Trotzdem konnten wir aufgrund der rund 4 000 Interessenten ein paar statistische Daten unserer Hörer ermitteln. Demnach kommen die meisten Hörer aus Nordrhein-Westfalen, sind zu 80% männlich und haben das erstaunlich hohe Durchschnittsalter von 25 Jahren. Zur Verteidigung der nicht in den Verein eingetretenen Hörer kann ich nur erwähnen, dass jemand, der einen Radiosender auch ohne Beitrag empfangen kann, nicht die Ambition hat, für diesen auch zu zahlen. Ich gehe immer noch davon aus, dass wir mindestens 20-mal mehr Stammhörer gehabt haben als die, die sich angemeldet haben. Nur leider……